Haben Sie schon einmal ein Möbelstück gesehen, das so alt
und schwer aussah, dass es schien, als würde es die
Zeit selbst verlangsamen?
Genau so eine Standuhr war der
Ausgangspunktfür unser Projekt.
Ein klassisches Erbstück aus dunklem Eichenholz,
ehrwürdig, aber ehrlich gesagt, auch ein bisschen
düster und aus der Mode gekommen.
Viele würden es wohl als „Sperrmüll“ abtun.
Aber wir sahen darin nicht das Ende, sondern einen Anfang.
Ein Portal, das nur darauf wartete, geöffnet zu werden.
Hier ist die Geschichte, wie wir diese alte Dame in ein Kunstwerk verwandelt haben,
das direkt dem Kaninchenbau entsprungen sein könnte: „Alice im Uhrenkasten“.
Dunkles, schweres Holz, ein barockes,
aber verblasstes goldenes Ziffernblatt
und ein großer Glaskasten,
der nicht viel mehr tat, als ein Pendel
(und unbeabsichtigt mich selbst beim Fotografieren!)
zu spiegeln.
Sie war der Inbegriff des Spießigen.
Aber die Form war interessant –
diese geschwungenen Linien am Kopfteil.
Da war Potenzial.
Wir wussten, wir müssen sie radikal verändern,
um ihr wieder eine Seele zu geben.
Die Idee war geboren:
Wir holen Alice im Wunderland aus dem Buchdeckel direkt in den Uhrenkasten!
Das Innenleben: Mehr als nur Deko
Wer den Uhrenkasten öffnet, betritt eine andere Welt.
Die Regentin:
Im Zentrum steht das imposante Decoupage-Porträt der Herzkönigin.
Spot an:
Damit sie richtig zur Geltung kommt, haben wir einen warmen LED-Spot
im oberen Teil installiert. Wenn das Licht angeht, strahlen die Farben
der Königin förmlich aus dem Gehäuse heraus (siehe Detailfoto).
Fließende Übergänge:
Wir haben die Seitenwände im Innenraum farblich so angepasst,
dass sie das Decoupage-Vlies fließend aufnehmen.
Geheimnisse hinter dem Ziffernblatt
Der eigentliche Clou verbirgt sich oben.
Da wir ein kompaktes Quarzwerk eingebaut haben,
wurde plötzlich Platz frei!
Wir haben einen Zwischenboden eingezogen
und so einen geheimen Stauraum hinter dem Ziffernblatt geschaffen.
Der Einlegeboden ist sogar herausnehmbar.
Das Ziffernblatt selbst haben wir aus Holz gefertigt
und passend zum Thema im „Wunderland-Stil“
mit Hutmacher-Motiven beklebt.
Wer braucht schon Zahlen, wenn man Magie haben kann?
Details aus dem Plotter
Auch von außen erzählt die Uhr ihre Geschichte.
An den Seiten findet man die Symbole eines Kartenspiels:
B, D, K, A sowie Herz, Karo, Pik und Kreuz.
Diese Motive habe ich selbst am Plotter entworfen
und als Schablonen angefertigt, um sie
präzise auf das Gehäuse aufzumalen.
Mein Fazit
Dieses Projekt hat gezeigt:
Mit Fantasie, Kreidefarbe und Mut zum Detail
wird aus einem „Sperrmüll-Kandidaten“ ein echtes Sammlerstück.
Die Zeit mag in dieser Uhr zwar jetzt per Quarzwerk
gemessen werden, aber gefühlt steht sie still, wenn man
in den beleuchteten Uhrenkasten blickt.
Wie gefällt euch die Verwandlung?







